Tumorangeln und gedruckte Arzneien
Der Golmer Science Park entwickelt sich zum Zentrum für Innovationen im Gesundheitswesen
Die Idee von QMedis Analytics, die erst im Januar 2022 in das neue H- Lab eingezogenen ist, klingt ver- rückt: Sie will Medikamente aus dem Drucker produzieren. „Beim Arzneimitteldruck im 2D-Format benötigt man grundsätzlich zwei Komponenten“, sagt QMedis-Ge- schäftsführer Dennis Stracke. „Die wirkstoffhaltige Arzneimittel-Tinte und das entsprechende Substrat, auf das die Tinte aufgedruckt wird.“ Das medizinische Esspapier werde auf die Zunge oder in die Mundhöh- le gelegt und dort aufgelöst.
Das QMedis-Verfahren sei sinn- voll. „Mit Hilfe der Druckertechnik lassen sich die Arzneimitteldosen in der Darreichungsform als Esspapier viel genauer abbilden als in der Zu- bereitung von Kapseln oder Zäpf- chen“, so Stracke. Auch Patienten mit Schluckbeschwerden profitier- ten vom löslichen Esspapier. Stracke hofft, dass der erste Wirkstoff in ge- druckter Form schon Ende des Jah- res angeboten werden kann. Der Einsatz solcher neuer Medikamente ist eine schwierige Sache. Prüfver- fahren mit klinischen Studien über Wirkung und Nebenwirkung kön- nen bis zu 15 Jahre dauern.